Fremdsprachige Namensgebung

aus Mittelalter Lexikon, der freien Wissensdatenbank

fremdsprachige Namensgebung. Fremdsprachige ma. Vor- und Familiennamen im deutschsprachigen Raum entstammen fast ausschließlich verschiedenen slawischen Sprachen derjenigen Landschaften, in denen sich Deutsche und Slawen verwandtschaftlich verbanden; dazu gehörten die Länder der ®Ostkolonisation (Lausitz, Mecklenburg, Pommern, Preußen, Schlesien) sowie Böhmen und Mähren, in geringem Maße auch Litauen.
Slaw. Vornamen entstammen zum großen Teil dem biblischen Namensfundus und wurden vielfach zu Familiennamen umgebildet: z.B. Abramek, Adamski, Michalk, Hanisch (v. Johannes), Janosch (v. Johannes), Paschke (v. Paul). Familiennamen mit der Endung –sky verweisen auf einen Herkunftsort (z.B. tschech. Dubsky = der aus Dub) oder auf eine Herkunft seitens der Vaterlinie (z.B. poln. Boguslawski = Sohn des Boguslaw). Von Berufsbezeichnungen leiten sich Namen her wie: Bednarz (poln., = Böttcher), Kalz (sorb., = Weber) oder Lehnick (sorb. Lenik = Lehnsmann). Wesensmerkmale kennzeichnen Namen wie Pokorny (poln., tschech. = demütig) oder Wessely (tschech. Vesely = lustig). Zugezogene heißen Nowak, Nowotnick oder Nowotny (entsprechend dem dt. Neumann oder Neukam). Aus dem Litauischen stammen Familiennamen mit Suffixen wie –atis, -at, -eit: Adomatis (zu Adam), Endrikat (zu Andreas), Abromeit (zu Abraham).

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